Bohlebots sind nicht zu (s)toppen Seit vielen Jahren schon berichten wir über die immer größer werdenden Erfolge der Roboter-AG
des Haaner Gymnasiums, den Bohlebots. Und jedes Jahr wissen wir kaum noch, wie wir zum
Ausdruck bringen sollen, dass die Ergebnisse der Vorjahre wieder überboten wurden. Aber nun
können wir mit Gewissheit sagen: Das ist nicht mehr zu toppen!
Die Bohlebots haben am vergangenen Wochenende geschafft, wovon andere nur träumen können.
Sie sind mit neun Teams bei der Westdeutschen Meisterschaft im Robocup Soccer in St.
Augustin in allen vier überhaupt nur möglichen Kategorien angetreten und sind in allen vier Kategorien
Westdeutscher Meister geworden. Mehr geht nicht!
Aber selbst die Teams, die keine ersten Plätze erreichen konnten, liegen weit über den
Leistungen anderer Schulen und erreichten zweite und dritte Plätze, so dass sich insgesamt sieben Teams
für die deutsche Meisterschaft, die German Open in Magdeburg qualifizieren konnten.
Der Hattrick in der Soccer-1vs1-Klasse, den sie letztes Jahr bereits geschafft haben, haben
sie also erfolgreich verlängert und sind in dieser Klasse nun im vierten Jahr in Folge unangefochtener Meister.
„Was Robotik in Schulen angeht, sind die Bohlebots in Westdeutschland das Maß der Dinge“
berichtet Coach Roland Stiebel nicht ohne Stolz. „Auf Bundeswettbewerben sind wir für viele
genau so ein Angstgegner wie der FC Bayern beim richtigen Fußball“.
Voller Respekt fotografieren und untersuchen die anderen Teams daher auch immer die Roboter
der Bohlebots. „Wir erklären und zeigen unsere Roboter gerne.“ berichtet der mit 11 Jahren jüngste
Teilnehmer der Bohlebots, Julien. „Schließlich haben wir vorher auch von anderen
gelernt“. „Außerdem macht es doch viel mehr Spaß, wenn die anderen auch gute Roboter haben“
schiebt Niko aus dem wiederholt erfolgreichen 1vs1 Team nach.
Und in der Tat waren manche Spiele eher ein Vorführen als ein Wettkampf. Jannis von der
Team „Bohlebots LWP“ erklärt: „wir haben auf dem gesamten Match 37 Tore geschossen und nur eins kassiert.
Das zeigt, dass der Meistertitel nie ernsthaft in Gefahr war“.
Diesen großen Erfolgen waren hunderte Stunden harter Arbeit vorausgegangen.
Seit Monaten trafen sich die inzwischen insgesamt 52 Schülerinnen und Schüler der
verschiedenen Teilgruppen mehrmals wöchentlich. In den letzten Wochen arbeiteten
sie in jeder freien Minute an ihren Robotern, teilweise wurde sogar in der Werkstatt
übernachtet.
Auch Arne Klöfkorn, Chief Operating Officer der Firma Bohle, die Namensgeber der Bohlebots ist,
ist begeistert: „Wir freuen uns, dass unsere langjährige Zusammenarbeit auch in diesem Jahr wieder
von so großem Erfolg gekrönt wird und drücken für die German Open im Mai feste die Daumen“.
Da Daumendrücken alleine oft nicht reicht, stellt die Firma Bohle seit 2008 einen großen Raum zur
Verfügung, den die Bohlebots als Werkstatt nutzen. Hier können die Bohlebots konzentriert mit dem
Material arbeiten, was der zweite Hauptsponsor, die Firma Wendling Elektronik zur Verfügung
stellt. „Das ist schon klasse, was die Jugendlichen hier auf die Beine stellen, da schauen wir nicht
auf den Pfennig, wenn auch mal ein Bauteil durchbrennt.“ erklärt Guido Wendling lächelnd.
Coach Roland Stiebel hebt aber noch mal hervor, dass ohne die großzügige Hilfe der beiden
Hauptsponsoren und der vielen weiteren Sponsoren ein solcher Erfolg unmöglich wäre.
Aber an Ruhe ist jetzt nicht zu denken. Im Mai findet die German Open in Magdeburg statt.
Dort treffen dann die besten der über 400 Teams aus ganz Deutschland zusammen.
Dass dieser Termin mitten im Abitur der ältesten Schüler liegt, ist für die kein Problem, was man nicht lösen könnte:
„Ich habe mein drittes Abiturfach umwählen müssen, damit ich an der German Open teilnehmen
kann“ erklärt Julius Kahle als ob das selbstverständlich wäre. „Jetzt liegen die Abiturklausuren um
den Wettbewerb herum und nicht mitten drin.“ Letztes Jahr hat er bei der Weltmeisterschaft bereits
als Schiedsrichter gepfiffen. Dieses Jahr hofft er, mit seinem Team „Bohlebots nerdbots“ selber als
Teilnehmen auf die Weltmeisterschaft nach Japan zu dürfen. Wir drücken die Daumen und werden berichten.