Achtzig Schüler:innen unserer Jahrgangstufe Q1 schlüpften am vergangenen Donnerstag im Rahmen des Projekts „Simulation des Europäischen Parlaments“ (SimEP) der Jungen Europäischen Föderalist:innen Nordrhein-Westfalen (JEF NRW) für einen Tag in die Rolle eines/einer Europaabgeordneten. Die SimEP drehte sich rund um eine fiktive Stellungnahme des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments (SEDE).
Nach einer kurzen Einführung in die Arbeit des EU-Parlaments und das Planspiel wurden die Oberstufenschüler:innen jeweils zufällig einer der Fraktionen zugeteilt, deren Positionen sie für die Dauer der Simulation vertreten mussten. In den Fraktionssitzungen am Vormittag, die von insgesamt neun Teamer:innen der JEF NRW moderiert wurden, arbeiteten sich die Schüler:innen in das Thema und die jeweiligen Positionen zur Stellungnahme des Parlaments ein.
Hauptziel der Fraktionssitzungen war die Ausarbeitung von Änderungsanträgen zum Gesetzesentwurf, die bis 13.30 Uhr beim Präsidium (Spielleitung) der JEF NRW eingereicht werden mussten. Darüber hinaus konnten hier bereits mögliche Kompromisse und Koalitionen zwischen den Abgeordneten ausgehandelt werden, um die jeweiligen Ziele bei den Abstimmungen in der Plenarsitzung am Nachmittag auch durchsetzen zu können. Während des Planspiels setzten sich die Schüler:innen dabei mit Fragen auseinander wie: Braucht es mehr Zusammenarbeit in der europäischen Außenpolitik oder sollte sie weiterhin vor allem auf Ebene der Nationalstaaten geregelt werden? Ist es möglich und sinnvoll, eine gemeinsame europäische Armee aufzubauen? Sollte die Ukraine weiterhin militärisch unterstützt und Mitglied der EU werden?
Um 13.45 Uhr begann die Plenardebatte der Abgeordneten in der Aula unseres Gymnasiums. Hier durften die zuvor in den Sitzungen gewählten Fraktionsvorsitzenden zunächst ein kurzes Eingangsstatement zur allgemeinen Sicht ihrer Gruppe auf den Gesetzesentwurf halten. Im Anschluss wurden die eingereichten Änderungsvorschläge vom vierköpfigen Präsidium der JEF NRW nacheinander zur Debatte und zur Abstimmung gestellt. Ganz am Ende stimmten die Schüler:innen schließlich final über die gesamte Stellungnahme in der geänderten Fassung ab. Nach einem intensiven Schlagabtausch und langen fachlichen und konstruktiven Debatten zwischen den einzelnen Fraktionen hieß es vom Parlamentspräsidenten Jan-Luca Winnen (auch JEF NRW): „Stellungnahme bei 46 Ja-, 34 Nein-Stimmen und keiner Enthaltung angenommen!“
Der Sitzungstag des Europaparlaments in Haan war somit ein voller Erfolg und hat gezeigt: Die Außen- und Sicherheitspolitik der EU ist nicht nur ein hochaktuelles, sondern auch ein sehr vielschichtiges und kontroverses Thema. Unsere achtzig sehr engagierten Schüler:innen konnten dies hautnah erleben und dabei spielerisch ein tieferes Verständnis für die Institutionen und Entscheidungsprozesse der EU aufbauen.
Die Veranstaltung wurde von den JEF NRW mit großzügiger Unterstützung des Kreisverbandes Düsseldorf/Neuss der Europa-Union Deutschland (EUD) und dem Europe Direct Düsseldorf organisiert und durchgeführt.
Ein besonderer Dank gilt auch den Verantwortlichen für die erfolgreiche Kooperation!